Dez 3, 2019
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Eccd.net presse release news breaking news AU-Schein aus Hamburg: Klage gegen Startup, das Krankschreibungen per Whatsapp verschickt

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Den Krankenschein online oder lieber beim Arzt besorgen? Diese Entscheidung will die Wettbewerbszentrale Patienten abnehmen. Arbeitnehmer, die sich per Whatsapp krankschreiben lassen? Dagegen will die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs vorgehen. Sie hat vor dem Landgericht Hamburg einen Musterprozess gegen AU-Schein eingeleitet. Das Hamburger Startup wirbt auf seiner Webseite dafür, „Krankschreibungen ohne Arztbesuch“ auszustellen. Bei…

Eccd.net presse release news breaking news Den Krankenschein online oder lieber beim Arzt besorgen? Diese Entscheidung will die Wettbewerbszentrale Patienten abnehmen.
Arbeitnehmer, die sich per Whatsapp krankschreiben lassen? Dagegen will die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs vorgehen. Sie hat vor dem Landgericht Hamburg einen Musterprozess gegen AU-Schein eingeleitet. Das Hamburger Startup wirbt auf seiner Webseite dafür, „Krankschreibungen ohne Arztbesuch“ auszustellen. Bei Erkältung, Regel- und Rückenschmerzen, Stress, Blasenentzündung und Migräne können Patienten online Fragen zu ihren Symptomen beantworten und 14 Euro zahlen. Anschließend bekommen sie, so das Versprechen, die Bescheinigung, unterschrieben von einem Privatarzt. auf ihr Smartphone geschickt.
Die Wettbewerbszentrale wirft dem Unternehmen vor, gegen Paragraph 9 des Heilmittelwerbegesetzes zu verstoßen, das Werbung für Fernbehandlungen verbietet. Außerdem stören sich die Wettbewerbshüter an einer Aussage auf der Webseite des Startups: „100% gültiger AU-Schein“ steht dort prominent auf der Startseite. Die Aussage sei nach Meinung der Wettbewerbszentrale irreführend, heißt es in einer Mitteilung. „Mit dieser Aussage wird […] der Eindruck erweckt, dass die so beworbene Krankschreibung sämtliche rechtlichen Anforderungen an die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erfüllt“, heißt es weiter. Diese möge zwar formal die Voraussetzungen zur Vorlage beim Arbeitgeber erfüllen, aber nach Einschätzung „etlicher Juristen“ nicht arbeits- und berufsrechtliche Anforderungen.

    AU-Schein:

        Das fragwürdige Startup, das Krankschreibungen per Whatsapp verschickt


Wer erkältet ist, kann sich das über AU-Schein von einem Mediziner bestätigen lassen. Der Dienst ist umstritten. Für den Chef ist es nicht die erste Gründung.

Warum kommt die Klage erst jetzt, etwa ein Jahr nach dem Start des Dienstes? „Wir haben in den letzten Monaten vermehrt Fragen und Beschwerden aus allen möglichen Branchen erhalten, auch von Ärzten“, erklärt Christiane Köber von der Wettbewerbszentrale gegenüber Gründerszene. Zum Geschäftsmodell von AU-Schein sagt die Rechtsanwältin: „Letztlich ist das Onlineshopping für Krankschreibungen. Das hat mit ärztlicher Behandlung überhaupt nichts zu tun.“
Was sagt der Gründer?
AU-Schein-Geschäftsführer Can Ansay zeigt sich gegenüber Gründerszene entspannt: „Ich habe das als Rechtsanwalt juristisch geprüft und sehe die Erfolgschancen der Klage als gering an.“ Die Vorwürfe der Wettbewerbshüter, etwa in Bezug auf die Bezeichnung „100% gültiger AU-Schein“ nennt er „rechtlich unbegründet“.
Ansay legt das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) so aus, dass das Werbeverbot für Fernbehandlungen nach Inkrafttreten des DVG bis Anfang 2020 keine Gültigkeit mehr haben wird. Er findet: „Andere Startups, die Fernbehandlungen anbieten, machen viel aggressiver Werbung als wir. Aber wir stehen in der Öffentlichkeit, deshalb sind wir das Ziel der Wettbewerbszentrale geworden. Das ist ein Versuch, Aufmerksamkeit zu erhalten.“
Nach eigener Aussage hat das Startup seit Dezember 2018 mehr als 20.000 Krankschreibungen ausgestellt und gibt an, mittlerweile auch in Österreich und der Schweiz aktiv zu sein. Die Anzahl der meldefähigen Krankheiten ist seit dem Start des Dienstes im Dezember 2018 gestiegen: Anfangs gab es den AU-Schein nur bei Erkältungen, in den nächsten Tagen soll als siebte Erkrankung auch die Magen-Darm-Grippe dazukommen. 
Und Ansay hat noch nicht genug: Bisher habe AU-Schein einen „Marktanteil von unter ein Prozent bei Krankschreibungen wegen Erkältung“, so der Gründer. Er kündigt an, verstärkt Werbung für sein Produkt machen zu wollen, etwa in Form von Gutscheinen. Ärgern dürfte die Wettbewerbszentrale noch ein Punkt: Das Startup hat die anfängliche Grenze von höchstens zwei Krankschreibungen pro Jahr auf vier erhöht.

Bild: Getty Images / Image Source

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Allgemein · Presse Mitteilungen

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