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Okt 9, 2019
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Eccd.net presse release news breaking news Dating-App: „Wir standen kurz davor, alles zu verlieren“, sagt Lovoo-CEO Florian Braunschweig

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Bei Lovoo arbeitet Florian Braunschweig schon seit dem Start der App 2011. Geschäftsführer wurde er nach der Übernahme durch die Meet Group. 230 Mitarbeiter, nach eigenen Angaben achtstellige Umsätze und 50 Millionen registrierte Nutzer: 2016 lief bei der Dating-App Lovoo alles glänzend. Doch dann sah sich das Startup mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Lovoo soll weibliche…

Eccd.net presse release news breaking news Bei Lovoo arbeitet Florian Braunschweig schon seit dem Start der App 2011. Geschäftsführer wurde er nach der Übernahme durch die Meet Group.
230 Mitarbeiter, nach eigenen Angaben achtstellige Umsätze und 50 Millionen registrierte Nutzer: 2016 lief bei der Dating-App Lovoo alles glänzend. Doch dann sah sich das Startup mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Lovoo soll weibliche Fake-Profile angelegt haben, um Nutzer zu kostenpflichtigen Aktionen zu bewegen. Dazu sollen die Mitarbeiter in einem internen Projekt namens „Tu Gutes“ angeregt worden sein.
Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelte gegen Lovoo, nach einer Razzia im Sommer 2016 nahm die Polizei die beiden Geschäftsführer Benjamin Bak und Alexander Friede vorübergehend fest. Die Ermittlungen wurden schließlich gegen eine Zahlung der beiden in Höhe von 1,2 Millionen Euro eingestellt. Wenige Monate später übernahm die US-amerikanische Meet Group das Startup für einen Kaufpreis von 65 Millionen US-Dollar. Die Geschäfte leitet seit dem Verkauf Florian Braunschweig, der schon seit dem Start der App im Jahr 2011 bei Lovoo tätig ist.
140 Mitarbeiter sind laut Unternehmen aktuell in Berlin und Dresden bei Lovoo tätig. Als Florian Braunschweig an einem Freitagvormittag im Berliner Büro zum Interview empfängt, sind die Arbeitsplätze jedoch fast alle leer. Freitag sei Homeoffice-Tag, sagt der CEO. Mit Gründerszene spricht er über den Moment, als die Polizei 2016 auch bei ihm klingelte, über die Übernahme durch Meet und darüber, wie Lovoo mittlerweile gegen Fake-Profile vorgeht. Nur über „Tu Gutes“ möchte er nicht sprechen. Auf die Nachfrage von Gründerszene, ob es das Projekt tatsächlich gab, bleibt Braunschweig stumm. 
Florian, du bist von Beginn an bei Lovoo, 2016 zum Zeitpunkt des Skandals warst COO. Die Polizei ermittelte gegen die damaligen Geschäftsführer Benjamin Bak und Alexander Friede wegen versuchten Betruges. Wie hast du diese Zeit erlebt?
Auch bei mir stand morgens die Polizei vor der Tür, das war natürlich nicht so schön. 2015 haben wir zum ersten Mal einen externen Investor [den Namen möchte Lovoo nicht nennen, Anm. d. Red.] ins Boot geholt, mit dem Ziel, in den USA zu wachsen. Auf einmal hatten wir sehr viel Geld und haben nicht mehr darauf geachtet, dass wir profitabel sind, sondern sind in den Wachstumsmodus gewechselt. Zu der Zeit ist mir der Spaß etwas vergangen, weil das Unternehmen einfach zu groß, zu chaotisch und zu träge wurde. Wir hatten ja alle keine Erfahrung mit der Führung eines Unternehmens in dieser Größe, wir sind da so reingewachsen.
Hast du mit dem Gedanken gespielt zu gehen?
Nein, auf keinen Fall. Ich bin sehr schnell in einen konstruktiven Modus gewechselt, um wieder Ruhe ins Unternehmen zu bringen. Die Mitarbeiter waren natürlich verunsichert und vollkommen überfordert mit der Situation. Ihr Vertrauen in die Geschäftsführung war komplett hinüber.
Wie genau sah dieser „konstruktive Modus“ aus?
Wir mussten das verlorengegangene Vertrauen des Teams wieder aufbauen. Wir haben fast alle Unternehmenszahlen transparent gemacht und den Mitarbeitern gegenüber genau kommuniziert, was denn eigentlich mit den ganzen Umsätzen passiert und wie wir sie weiter investieren. Leider mussten auch etwas mehr als 30 Mitarbeiter gehen. Wir haben die Marketing-Ausgaben halbiert und die Expansion in die USA gestoppt. Und wir mussten eine Lösung mit unserem Investor finden, das war eigentlich die größte Herausforderung.
Inwiefern?
Wenn er die Vorgänge als Vertragsverletzung gewertet hätte, dann wäre es vorbei gewesen mit Lovoo. Doch wir konnten ihn davon überzeugen, das bisherige Investment in ein Darlehen umzuwandeln. So haben wir dem Investor jeden Monat einen Teil des Geldes zurückgezahlt, beim Verkauf folgte dann der ganze Rest.

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Allgemein · Presse Mitteilungen

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