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Okt 9, 2019
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Eccd.net presse release news breaking news Extinction Rebellion in London: Der Brexit saugt alle Energie auf

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Die Rebellion ist laut und grell, aber auch überaus geordnet. Auf einem Spaziergang durchs Londoner Regierungsviertel stößt man an allen Ecken auf Zeltstädte, über denen die Flaggen mit dem Sanduhr-Symbol der Extinction Rebellion (XR) wehen. Die Demonstrierenden haben Küchen und Kinderkrippen aufgebaut, sie marschieren trommelnd durch die Gassen und halten öffentliche Vollversammlungen ab, in denen…

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Die Rebellion ist laut und grell, aber auch überaus geordnet. Auf einem Spaziergang durchs Londoner Regierungsviertel stößt man an allen Ecken auf Zeltstädte, über denen die Flaggen mit dem Sanduhr-Symbol der Extinction Rebellion (XR) wehen. Die Demonstrierenden haben Küchen und Kinderkrippen aufgebaut, sie marschieren trommelnd durch die Gassen und halten öffentliche Vollversammlungen ab, in denen jeder zu Wort kommen kann. Geschätzte 30.000 Protestierende haben Anfang der Woche an den Aktionen teilgenommen, seit Montag besetzen die Aktivisten acht Orte in der Londoner Innenstadt – der Protest ist deutlich größer als in der ersten Aktionswoche im April.

Die Präsenz von XR ist beeindruckend, aber die Rebellen sind bemüht, so unbedrohlich wie möglich aufzutreten. Überall sind Plakate angeheftet, auf denen “gewaltlos” steht, und in jedem Camp sind XR-Mitstreiter unterwegs, die Passantinnen und Passanten Flugblätter mit derselben Botschaft in die Hand drücken. Betont friedfertig wird protestiert: Im Camp vor der Westminster Abbey spielt eine Frau einen Walzer auf dem Akkordeon, in der nahen Horse Guards Road singt ein Chor Hallelujah und auf dem Trafalgar Square tanzen etwa zwanzig Leute zu lauter Popmusik.
Aber gewaltlos heißt nicht, dass es den Protestierenden an Hartnäckigkeit mangelt: In dem Land, wo XR im Frühling 2018 gegründet worden ist, sind die Teilenehmerinnen und Teilnehmer ausgesprochen zäh. Dass bereits am ersten Tag mehr als 300 Aktivisten verhaftet worden sind, beeindruckt sie kaum; am nächsten Morgen hefteten sich Protestierende an die Türen des Transportministeriums und blockierten die Zufahrtstraße zum Innenministerium. Bald stieg die Zahl der Verhafteten auf 450.
Nur eine von 25 empfohlenen Maßnahmen umgesetzt Die Entschlossenheit der Umweltaktivisten steht in scharfem Kontrast zur Untätigkeit der britischen Regierung. Sicher, Boris Johnsons Vorgängerin Theresa May verpflichtete das Land im Juni, bis 2050 die Kohlenstoffemissionen unter dem Strich auf null zu senken; Großbritannien geht damit weiter als die meisten Industriestaaten. Aber bislang ist es bei dieser Deklaration geblieben: Konkrete Maßnahmen, wie das Ziel zu erreichen ist, fehlen fast vollständig.

Extinction Rebellion – Umweltschützende protestieren vor dem Kanzleramt
Extinction Rebellion blockiert weiterhin für mehr Klimaschutz Straßen und Brücken in Berlin. Das Klimapaket der Bundesregierung kritisieren sie als Klimahäppchen.
© Foto: Paul Zinken
Das unabhängige Committee on Climate Change (CCC), das die britische Regierung in klimapolitischen Fragen berät und deren Fortschritte überprüft, stellte ihr im Juli ein denkbar schlechtes Zeugnis aus: Die Regierung tue bei Weitem nicht genug, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Im Vorjahr hatte das CCC rund zwei Dutzend konkrete Maßnahmen identifiziert, die in den nächsten 12 Monaten ergriffen werden müssten, um die längerfristigen Ziele zu erreichen, darunter eine Reduktion von Schadstoffausstoßen beim Personen- und Warentransport, Unterstützungsgelder für die Entkarbonisierung der Industrie, bessere Wärmeisolation bei Gebäuden oder Aufforstung. Aber von allen 25 Maßnahmen, die die Regierung hätte treffen müssen, setzte sie gerade mal eine um.
Wenn die Regierung nicht sofort einen Richtungswechsel einleite, so schreiben die Autoren, dann werde Großbritannien nicht nur das Klimaziel weit verfehlen, sondern auch völlig unvorbereitet sein für die Auswirkungen der Erderwärmung, etwa Überschwemmungen oder Gesundheitsschäden infolge höherer Temperaturen.

Im Mai empfahl das CCC, dass insbesondere die Stromerzeugung durch Offshore-Windkraft ausgebaut werden soll, um den Ausstoß von Schadstoffen zu reduzieren. Dies ist ein Bereich, in dem Großbritannien bereits heute führend ist: In keinem anderen Land erzeugen Windräder auf hoher See so viel Energie wie hier. Derzeit wird vor der Küste von Yorkshire die größte Windkraftanlage der Welt gebaut, deren gigantische Turbinen in einigen Jahren für 5 Prozent der gesamten britischen Energieerzeugung aufkommen sollen.

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