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Okt 9, 2019
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Eccd.net presse release news breaking news Stimmrecht im Vatikan: Und Sie, Schwester, was sagen Sie dazu?

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DIE ZEIT: Frau Franken, vor der Amazonassynode trafen katholische Frauen sich in Rom zu einer Konferenz über Frauenrechte. Auch Sie. Warum? Regina Franken: Weil es uns nicht gefällt, dass wir wieder kein Stimmrecht in der Synode haben. Ein Ordensbruder, der nicht Priester ist, darf abstimmen. Die zwanzig Ordensfrauen, die eingeladen wurden, dagegen nicht. Sie sind,…

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DIE ZEIT: Frau Franken, vor der Amazonassynode trafen katholische Frauen sich in Rom zu einer Konferenz über Frauenrechte. Auch Sie. Warum?
Regina Franken: Weil es uns nicht gefällt, dass wir wieder kein Stimmrecht in der Synode haben. Ein Ordensbruder, der nicht Priester ist, darf abstimmen. Die zwanzig Ordensfrauen, die eingeladen wurden, dagegen nicht. Sie sind, wie die anderen 15 Frauen (Repräsentantinnen der Indigenen, Theologinnen, Wissenschaftlerinnen), nur Gäste.

ZEIT: Nunja, es heißt Bischofssynode.
Franken: Aber warum soll das Stimmrecht an die Weihe gebunden sein? Auf der Tagung von “Voices of Faith” in Rom haben Theologinnen gezeigt, dass es kirchenhistorisch keinen Grund gibt, Frauen von Leitungsentscheidungen auszuschließen. Jahrhundertelang nahmen Äbtissinnen bischöfliche Aufgaben wahr: setzten Priester ein, gründeten Gemeinden, bestimmten über die Lehre, sprachen Recht. Alte Gemälde zeigen Ordensfrauen mit Mitra und Bischofsstab. Dass Frauen in der katholischen Kirche keine Rechte haben, ist ein eher modernes Konstrukt. Ich möchte aber unterscheiden zwischen Leitungsbefugnissen und Weihe.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 42/2019. Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen.

ZEIT: Sie lehnen die Frauenordination ab?
Franken: Nein, darum geht es nicht. Das Arbeitsdokument der Synode anerkennt ja die leitenden Funktionen der Frauen. Und es besagt: Auch in Amazonien sind es die Ordensfrauen, die den Glauben lebendig halten und Seelsorge leisten. Aber Sakramente spenden dürfen sie nicht: keine Kranken salben, keine Beichte abnehmen. All das verspricht die Synode zu diskutieren. Aber beim Entscheiden sind die Frauen außen vor. Der Papst sagte gestern, es sei kein Unterschied zwischen Birett und Federschmuck. Wieso dann zwischen Mitra und Schleier? Seit heute gibt es in der Amazonassynode eine Initiative von Bischöfen, die Stimmrecht für die Frauen fordert. Kardinal Hummes als Generalrelator hat es bekannt gegegben. Und bei Kardinal Baldisseri als Generalsekretär wurde ein Antrag gestellt.
ZEIT: Kritiker der Synode sagen, Frauenthemen seien ein westlicher Spleen, der Weltkirche fremd.
Franken: Das stimmt absolut nicht. Auf unseren Konferenzen sind alle Kontinente zugegen. “Voices of Faith” ist eine internationales Netzwerk. Als Politikwissenschaftlerin ärgert es mich, dass Frauen jetzt wieder alle Kraft darauf verwenden müssen, Gleichberechtigung einzufordern, statt andere Probleme anzugehen.

ZEIT: Und was ist nun mit der Frauenordination?
Franken: “Voices of Faith” fordert sie nicht, sondern will zunächst, dass Frauen sich nicht mehr nur den Bischöfen unterordnen müssen. Frauen haben das Recht, selber Leitungspositionen zu übernehmen und zu entscheiden. Ich denke, die Weihe für Frauen muss kommen, wenn unsere Kirche glaubwürdig sein will.

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Presse Mitteilungen

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