Jan 16, 2020
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Eccd.net presse release news breaking news Trommeln für Engagement und Zuversicht

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1/8 2/8 3/8 4/8 5/8 6/8 7/8 8/8 Das Ergebnis: Geht es um die Befragten selbst, nennen sie Werte wie Solidarität und eine sinnstiftende Arbeit als maßgeblich. Sobald sie aber die Einstellung anderer einschätzen sollen, wird diesen abgesprochen, die eigenen Werte zu teilen. “In zentralen politischen Fragen geht ein Vertrauensriss durch Deutschland”, resümierte Jutta Allmendinger,…

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        Das Ergebnis: Geht es um die Befragten selbst, nennen sie

Werte wie Solidarität und eine sinnstiftende Arbeit als maßgeblich. Sobald sie
aber die Einstellung anderer einschätzen sollen, wird diesen abgesprochen, die
eigenen Werte zu teilen. “In zentralen politischen Fragen geht ein
Vertrauensriss durch Deutschland”, resümierte Jutta Allmendinger, Soziologin
und federführende Autorin der Studie, zum Beginn der vierten “ZEIT KONFERENZ
Der Auftrag” im Berliner Radialsystem.
Gäste dort waren neben Größen aus Politik und Kultur die
Konferenzpartner, die sich selbstgestellten Aufträgen im Kontext der
Vermächtnisstudie (siehe unten) widmen und einen Zwischenstand abgaben. Um die
von ihr konstatierte Vertrauenskrise zu überwinden, adressierte Jutta
Allmendinger unter anderem die Sozialpolitik, die unter dem Druck der
Digitalisierung den Auftrag hätte, Menschen auch in der Mitte des Lebens eine
berufliche Weiterbildung zu eröffnen. “Wir lassen jene Leute im Regen stehen,
die die meiste Hilfe bräuchten, um Zutrauen zu haben – auch in die Arbeit von
morgen!” Ihr Credo: Die Zeit normierter Lebensverläufe ist passé – und die
“institutionelle Gängelung und Kränkung” muss von einer “Politik des
Vertrauens” abgelöst werden.
Thomas Leubner, Leiter Global Learning & Education bei
der Siemens AG, nannte Vertrauen als zentrale Voraussetzung für die digitale
Transformation. Jährlich investiert das Unternehmen weltweit 500 Millionen Euro
in Aus- und Weiterbildung. Seit 2019 wurde ein zusätzliches Budget für weitere
fünf Jahre mit 100 Millionen Euro veranschlagt, um speziell erfahrenen
Mitarbeitern gezielte Weiterbildungsangebote offerieren zu können. “Zum
Beispiel dem Gabelstaplerfahrer, der zum Betreuer für autonome Fahrsysteme
wird; oder der IT-Fachfrau, die sich im Bereich digitale Sicherheit
qualifizieren lässt.”
Voraussetzung sei, dass die Initiative auch von den
Mitarbeitenden selbst ausgeht. Freiwilligkeit sei ein Gebot der Erfahrung, da
ein hohes Maß an intrinsischer Motivation notwendig ist.
Doch gerade bei einem gut ausgebildeten Klientel klinge
lebenslanges Lernen eher nach einer Drohung, gab Hubertus Heil, Bundesminister
für Arbeit und Soziales, zu bedenken. “Es wäre hochgefährlich, wenn sie das
Gefühl hätten, ihre Arbeit wäre nichts mehr wert.” Die Frage nach der
Motivation beantwortete Menno Smid, Geschäftsführer vom infas Institut für
angewandte Sozialwissenschaft: Lernen sei längst als Wert an sich
gesellschaftlich anerkannt, und seit der Moderne genieße auch die Arbeit einen
neuen Stellenwert – “als Zugang zur Teilhabe und als Medium der
Selbstentfaltung “. Um in diesem Kontext für “realistische Zuversicht” zu
sorgen, kündigte Minister Heil an, sich sowohl für die Altersabsicherung von
Selbstständigen einzusetzen als auch für einen Tarifvertrag für die Pflege –
und für die Verknüpfung des öffentlichen Vergaberechts an die Tarifbindung.
Habituelle Hürden bei der digitalen Transformation
thematisierte Verena Pausder, Gründerin und CEO von Fox & Sheep, einem
Unternehmen, das Kinderapps und –spiele entwickelt. Ihr Anspruch, schon die
Jüngsten an die digitale Welt heranzuführen, stoße vielfach auf Skepsis. Das
Vorurteil von Eltern, “die Cellounterricht, Sport und Waldbesuche präferieren”:
Digitale Geräte würden primär zum Spielen genutzt. “Schon heute verdammen wir
eine ganze Generation zum lebenslangen Lernen, weil wir verpassen, ihnen das
beizubringen, was sie in Zukunft wissen müssen”, so Pausder. Darunter litten
vor allem Kinder aus bildungsfernen Haushalten, die zu viel Zeit mit
Online-Spielen verbringen würden, während das Bildungsbürgertum verhindere,
dass an Schulen Medienkompetenz und Programmierkenntnisse vermittelt werden.
Einmütig kritisch fiel das Urteil der Gäste zum Digitalpakt aus. “Es ist zu
kurz gesprungen, nur Geld zur Verfügung zu stellen, wenn pädagogische Konzepte
fehlen, die Umsetzung nicht möglich ist und die Lehrerausbildung nicht auf das
entsprechende Niveau gebracht wird”, resümierte Thomas Leubner.

                    Was aber könnten Alternativen sein? Zum Beispiel das vom

Stifterverband mitfinanzierte Programm “Schule in der digitalen Welt”. Dabei
werden seit 2019 deutschlandweit 20 Schulen mit je 15.000 Euro gefördert, die
bereits mit lehrerbildenden Hochschulen kooperieren und nun für diese
Medienkonzepte entwickeln können. Im Zentrum stehe die Vermittlung der
Kompetenz, internetbasierte Daten auf Glaubwürdigkeit zu überprüfen, erläuterte
Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands. “Früher konnte man
Lehrbüchern und Lehrern vertrauen, heute stellt uns die Überfülle von Quellen
im Netz vor neue Herausforderungen – Stichwort Fake News.”
Kritik an der Erwartungshaltung, dass in Sachen
Digitalisierung politische Institutionen aktiv werden sollten, äußerte Ralf
Kleber, Country Manager von Amazon.de, dem Co-Förderer des Programms “digital
engagiert”, das jetzt in die dritte Runde geht. Er plädierte dafür, initiativ
zu werden “und sich selbst mal zu fragen: Wie könnte ich gemeinsam mit meinen
Kindern am iPad programmieren üben?” Dieser “Wille zu experimentieren” sei bei
Amazon eine gefragte Qualifikation. “In unserer Unternehmenskultur werden
Fehler nicht bestraft und alle haben die gleiche Chance, dass ihre Ideen zum
Tragen kommen.”
Eine gerechte Chance auf Teilhabe stand auch im Fokus eines
Podiums zum Thema Deutschsein und Rassismus. “Was dieser Gesellschaft fehlt,
ist Streitkultur”, lautete die These von Ahmad Mansour, deutsch-israelischer
Psychologe und Autor. Um den Umgang mit Vielfalt zu lernen, hält er
Dialogplattformen für unerlässlich – besonders an Schulen. Denn viele Lehrer
hätten heute kaum mehr Zugang zur Lebenswelt ihrer Zöglinge, bedauerte Mansour.
Seine Erfahrung: Jugendlichen, die sich rassistisch äußern, sei häufig kaum
bewusst, was daran problematisch ist. Umso wichtiger sei es, nach Argumenten zu
fragen und sie aufzufordern, eigene Aussagen zu reflektieren. “Die meisten
Menschen sind erreichbar, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, nachzudenken –
und Vorbilder zu haben!”
Vom Dilemma, als Politikerin Themen aufzugreifen, die die
AfD für sich beansprucht, sprach Linda Teuteberg, Generalsekretärin der FDP.
“Im Bundestag wird schnell der Vorwurf laut, die eigene Frage sei nah oder fern
der AfD.” Deren Vertreter erhielten so die Deutungsmacht über die Agenda der
anderen Parteien. Ihr Plädoyer: “Man muss aus dieser Denkstruktur heraustreten
und wieder in der Sache streiten!” Jackie Thomae, Journalistin und
Fernsehautorin, beobachtet die Durchdringung einer überzogenen Political
Correctness durch alle Diskurse: “Es ist nicht per se ein Angriff, wenn jemand
die neueste Änderung einer Anrede oder Begrifflichkeit nicht mitbekommen hat”,
mahnte sie. Zudem kritisierte Thomae, dass sich die Menschen in der Wahrnehmung
anderer heute stark von Emotionen leiten und zu Stereotypen hinreißen ließen.
Zum Beispiel, wenn aus westdeutscher Perspektive der Osten stets als homogene
Gruppe missverstanden werde. Ihre Warnung vor jeglicher Form der
Pauschalisierung als Ausdruck von Rassismus klang wie eine Art Resümee zu einer
Konferenz, die genau diese Diagnose zum Thema hatte: Das Problem, so scheint
es, sind immer die anderen.
DIE AUFTRÄGE Die Partner der diesjährigen ZEIT KONFERENZ “Der Auftrag”
haben den gesellschaftlichen Diskurs zu den folgenden Aufträgen
vorangebracht. Die Siemens AG präsentierte neue Ergebnisse zum bereits 2018
übernommenen Auftrag. Die Förderinitiative digital.engagiert stellte
einen neuen Auftrag vor, der bei der Konferenz in einem Jahr
nachgehalten wird. ZUKUNFT DER ARBEIT UND DIGITALER WANDEL Auf Grundlage der Ergebnisse der Vermächtnisstudie übernimmt
die Siemens AG den folgenden Auftrag: Die Menschen in
Deutschland sollen von der Digitalisierung profitieren. Wir nehmen die Ängste
der Menschen ernst und werden den Dialog mit Politik und
Bildungseinrichtungen intensivieren. Wir fördern lebenslanges Lernen, federn den
Strukturwandel mit gezielten Investitionen ab und unterstützen Gründer mit
unseren Ressourcen. DIGITAL ENGAGIERT FÜR BILDUNG Auf Grundlage der Ergebnisse der Vermächtnisstudie übernimmt
die Förderinitiative digital.engagiert den Auftrag: Wir wollen
Projekte unterstützen, die in der Zivilgesellschaft mit digitalen
Angeboten eine zeitgerechtere Bildung für alle ermöglichen.
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